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Verordnung über die Umzugskostenvergütung für Pfarrer, ordinierte Gemeindepädagogen und Kirchenbeamte
(Umzugskostenverordnung – UmzugskostenVO)

Vom 4. Mai 2012

(ABl. S. 170)

Der Landeskirchenrat der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland hat aufgrund von Artikel 61 Absatz 1 Nummer 3 und Artikel 82 der Verfassung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Kirchenverfassung EKM – KVerfEKM) vom 5. Juli 2008 (ABl. S. 183) folgende Verordnung erlassen:
Inhaltsübersicht
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§ 1
Anwendungsbereich

1 Diese Verordnung regelt Art und Umfang der Erstattung von Auslagen aufgrund dienstlich veranlasster Umzüge. 2 Berechtigt sind:
  1. Pfarrer,
  2. ordinierte Gemeindepädagogen,
  3. Kirchenbeamte,
  4. Vikare im Fall des § 3 Absatz 2 Nummer 1 und 3 dieser Verordnung,
  5. Hinterbliebene (Ehegatte, Lebenspartner und eheliche oder angenommene Kinder) der in den Nummern 1 bis 4 bezeichneten Personen, wenn diese Personen zur Zeit des Todes zur häuslichen Gemeinschaft des Verstorbenen gehört und gemeinsam in einer Dienstwohnung gewohnt haben.
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§ 2
Anspruch auf Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe

( 1 ) Die nach § 1 Satz 2 Berechtigten erhalten eine Umzugskostenvergütung oder auf ihren Antrag und anstelle der Umzugskostenvergütung eine Umzugskostenbeihilfe.
( 2 ) 1 Voraussetzung für den Anspruch auf Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe ist die schriftliche Zusage durch das Landeskirchenamt. 2 Sie soll gleichzeitig mit der den Umzug veranlassenden Maßnahme erteilt werden.
( 3 ) 1 Die Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe wird nach Beendigung des Umzuges gewährt. 2 Sie ist innerhalb einer Ausschlussfrist von sechs Monaten schriftlich im Landeskirchenamt zu beantragen. 3 Die Frist beginnt mit dem Tage nach Beendigung des Umzuges.
( 4 ) Die Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe wird nur gewährt, wenn innerhalb von fünf Jahren nach Wirksamwerden der Zusage umgezogen wird.
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§ 3
Zusage der Umzugskostenvergütung

( 1 ) Die Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe kann insbesondere zugesagt werden für Umzüge aus Anlass
  1. der Einstellung, sofern ein besonderes dienstliches Interesse an der Einstellung vorliegt,
  2. der Abordnung oder Zuweisung,
  3. des Auszuges aus der Dienstwohnung aus gesundheitlichen Gründen, ohne dass damit ein Wechsel der Stelle verbunden ist.
( 2 ) 1 Die Zusage der Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe gilt als erteilt für Umzüge
  1. aus Anlass der Aufnahme in das Vikariat mit Verpflichtung zur Wohnungsnahme am Ausbildungsort,
  2. bei erstmaliger Entsendung in eine Pfarrstelle der Landeskirche,
  3. der Umentsendung oder der Einweisung eines Vikars in einen anderen Ausbildungsort im überwiegend dienstlichen Interesse,
  4. bei Übertragung einer Pfarrstelle innerhalb der Landeskirche,
  5. aus Anlass der Räumung einer Dienstwohnung auf dienstliche Weisung, ohne dass eine neue Dienstwohnung zugewiesen wird, oder der Wartestands- oder Ruhestandsversetzung unter der Bedingung, dass die Räumung der Wohnung innerhalb der vom Landeskirchenamt bestimmten angemessenen Frist erfolgt. 2 Liegt die neue Wohnung im Ausland, so gilt die Zusage hinsichtlich der Beförderungsauslagen nur für die Erstattung der bis zum inländischen Grenzort angefallenen Auslagen als erteilt,
  6. bei Zuweisung einer anderen Wohnung aus dienstlichen Gründen, insbesondere aufgrund einer kommissarischen Beauftragung,
  7. aus Anlass der Verlegung der Beschäftigungsbehörde oder des Dienstsitzes der Pfarrstelle,
  8. aus Anlass der nicht nur vorübergehenden Versetzung aus dienstlichen Gründen an einen anderen Ort als den bisherigen Dienstort.
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§ 4
Kostenträger

( 1 ) Kostenträger für die Auslagenerstattung aufgrund dienstlich veranlasster Umzüge ist die neue Anstellungskörperschaft.
( 2 ) Abweichend von Absatz 1 trägt die Landeskirche die Kosten bei Umzügen nach § 3 Absatz 2 Nummern 1, 2, 3 und 5.
( 3 ) Werden Pfarrer im Entsendungsdienst in unmittelbarem Anschluss an den Entsendungsdienst in das Pfarrdienstverhältnis berufen, ohne aus diesem Anlass erneut umzuziehen, so ist die von der Landeskirche gewährte Umzugskostenvergütung oder Umzugskostenbeihilfe von der Anstellungskörperschaft zu erstatten.
( 4 ) Die Bearbeitung der Anträge auf Umzugskostenvergütung erfolgt im Landeskirchenamt.
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§ 5
Umzugskostenvergütung

(1) Die Umzugskostenvergütung umfasst
  1. Beförderungsauslagen (§ 6),
  2. Reisekosten (§ 7),
  3. Mietentschädigung (§ 8),
  4. Maklergebühren (§ 9),
  5. Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen (§ 10),
(2) Zuwendungen, die für denselben Umzug von einer anderen Dienst- oder Beschäftigungsstelle gewährt werden, sind auf die Umzugskostenvergütung insoweit anzurechnen, als für denselben Zweck Umzugskostenvergütung nach dieser Verordnung gewährt wird.
1 (3) Die aufgrund einer Zusage nach § 3 gewährte Umzugskostenvergütung ist zurückzuzahlen, wenn der Berechtigte vor Ablauf von drei Jahren nach Beendigung des Umzuges aus einem von ihm zu vertretenden Grunde aus dem Dienst der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland ausscheidet. 2 Das Landeskirchenamt kann hiervon Ausnahmen zulassen, wenn der Berechtigte unmittelbar in ein Dienst- oder Beschäftigungsverhältnis zu einer anderen Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland übertritt.
1 (4) Vor der Vergabe des Umzugsauftrags sind von zwei Spediteuren schriftliche Angebote einzuholen. 2 Diese sind dem Landeskirchenamt mit dem Antrag auf Umzugskostenvergütung einzureichen. 3 Der Festsetzung der Umzugskostenvergütung werden die Kostensätze des Spediteurs zugrunde gelegt, der das günstigste Angebot gemacht hat. 4 Sind die Kostenvoranschläge nicht vergleichbar oder erscheinen die Angebote als unverhältnismäßig hoch, können vom Landeskirchenamt weitere Kostenvoranschläge eingeholt werden. 5 Unabhängig davon bleibt es dem Berechtigten überlassen, welcher Spediteur mit der Durchführung des Umzuges beauftragt wird.
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§ 6
Beförderungsauslagen

( 1 ) 1 Die notwendigen Auslagen für das Befördern des Umzugsgutes bis zu einem Laderaum von höchstens 100 m³ von der bisherigen zur neuen Wohnung werden erstattet. 2 Zu den Beförderungsauslagen gehören
  1. die Kosten für das Be- und Entladen des Umzugsgutes,
  2. die Packerstunden,
  3. der Ab- und Aufbau von Möbeln,
  4. die Kosten (Miete oder Kauf) für normales und besonderes Packmaterial,
  5. das Ein- und Auspacken.
( 2 ) 1 Umzugsgut sind die Wohnungseinrichtung und in angemessenem Umfang andere bewegliche Gegenstände und Haustiere, die sich am Tage vor dem Einladen des Umzugsgutes im Eigentum, Besitz oder Gebrauch des Berechtigten oder anderer Personen befinden, die mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben. 2 Andere Personen im Sinne des Satzes 1 sind der Ehegatte, der Lebenspartner sowie die ledigen Kinder, Stief- und Pflegekinder. 3 Es gehören ferner dazu die nicht ledigen in Satz 2 genannten Kinder und Verwandte bis zum vierten Grade, Verschwägerte bis zum zweiten Grade und Pflegeeltern, wenn der Berechtigte diesen Personen aus gesetzlicher oder sittlicher Verpflichtung nicht nur vorübergehend Unterkunft und Unterhalt gewährt, sowie Hausangestellte und solche Personen, deren Hilfe der Berechtigte aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht nur vorübergehend bedarf.
( 3 ) Auslagen für das Befördern von Umzugsgut, das sich außerhalb der bisherigen Wohnung befindet, werden höchstens insoweit erstattet, als sie beim Befördern mit dem übrigen Umzugsgut erstattungsfähig wären.
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§ 7
Reisekosten

( 1 ) 1 Die Auslagen für die Reise des Berechtigten und der zur häuslichen Gemeinschaft gehörenden Personen von der bisherigen zur neuen Wohnung werden wie bei Dienstreisen des Berechtigten erstattet. 2 Tagegeld wird nicht gewährt. 3 Übernachtungsgeld wird für den Tag des Ausladens des Umzugsgutes nur gewährt, wenn eine Übernachtung außerhalb der neuen Wohnung notwendig gewesen ist.
( 2 ) 1 Absatz 1 Satz 1 gilt entsprechend für zwei Reisen einer Person oder eine Reise von zwei Personen zum Suchen oder Besichtigen einer Wohnung mit der Maßgabe, dass die Fahrkosten bis zur Höhe der billigsten Fahrkarte der allgemein niedrigsten Klasse eines regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittels erstattet werden. 2 Übernachtungsgeld wird je Reise für höchstens eine Übernachtung gewährt.
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§ 8
Mietentschädigung

( 1 ) Miete für die bisherige Wohnung wird bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Mietverhältnis frühestens gelöst werden konnte, längstens jedoch für drei Monate erstattet, wenn für dieselbe Zeit Miete für die neue Wohnung gezahlt werden musste.
( 2 ) Bei Umzug von einer Miet- in eine Dienstwohnung wird, wenn für die Mietwohnung noch Miete zu zahlen ist, längstens für drei Monate die Miete für die bisherige Wohnung höchstens jedoch ein Betrag in Höhe der Dienstwohnungsvergütung für die Dienstwohnung erstattet.
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§ 9
Maklergebühren

Die notwendigen ortsüblichen Maklergebühren für die Vermittlung einer Mietwohnung werden erstattet.
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§ 10
Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen

1 Berechtigte im Sinne von § 1 Absatz 1 Nummern 1 bis 4, die am Tage vor dem Einladen des Umzugsgutes eine Wohnung hatten und nach dem Umzug wieder eingerichtet haben, erhalten eine Pauschvergütung für sonstige Umzugsauslagen. 2 Sie beträgt für verheiratete oder in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebende Berechtigte 20 Prozent des Endgrundgehaltes der Besoldungsgruppe A 13. Ledige erhalten 50 Prozent des Betrages nach Satz 2. Die Beträge nach den Sätzen 2 und 3 erhöhen sich für jede in § 6 Absatz 2 bezeichnete Person mit Ausnahme des Ehegatten oder Lebenspartners um 10 Prozent des Endgrundgehaltes der Besoldungsgruppe A 13, wenn sie auch nach dem Umzug mit dem Umziehenden in häuslicher Gemeinschaft lebt. 3 § 10 Absatz 2 Bundesumzugskostengesetz gilt entsprechend.
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§ 11
Umzugskostenbeihilfe

( 1 ) Anstelle einer Umzugskostenvergütung nach § 5 Absatz 1 Nummer 1 bis 4 erhalten die Berechtigten auf Antrag eine Umzugskostenbeihilfe.
( 2 ) 1 Die Umzugskostenbeihilfe richtet sich nach dem Familienstand des Berechtigten. 2 Haben beide Ehepartner oder in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft lebende Berechtigte dem Grunde nach einen Anspruch auf die Umzugskostenbeihilfe und ziehen sie gemeinsam um, so wird die Umzugskostenbeihilfe jedem von ihnen zur Hälfte gezahlt.
( 3 ) Bei einem Einzug in die gemeinsame Wohnung aus zwei bisher getrennten Haushalten steht jedem der beiden Ehe- oder Lebenspartner die Umzugskostenbeihilfe in voller Höhe zu.
( 4 ) Die Umzugskostenbeihilfe beträgt
  1. 1.200 Euro, wenn die neue Wohnung auf einer üblicherweise befahrenen Strecke mindestens zwanzig Kilometer von der bisherigen Wohnung entfernt ist,
  2. 900 Euro, wenn die neue Wohnung weniger weit von der bisherigen Wohnung entfernt ist.
Die Umzugskostenbeihilfe nach Satz 1 erhöht sich um 600 Euro für den Ehe- oder Lebenspartner und um je 200 Euro für jedes andere Familienmitglied nach § 6.
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§ 12
Anwendung von Bundesrecht

( 1 ) Soweit diese Verordnung nichts anderes bestimmt, sind die für die Bundesbeamten jeweils geltenden Bestimmungen entsprechend anzuwenden.
( 2 ) Die Gewährung von Trennungsgeld richtet sich nach der für die Bundesbeamten jeweils geltenden Verordnung in Verbindung mit dem für die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland geltenden Reisekostenrecht.
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§ 13
Sprachliche Gleichstellung

Personen- und Funktionsbezeichnungen in dieser Verordnung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.
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§ 14
Inkrafttreten, Außerkrafttreten

1 Diese Verordnung tritt am 1. Juli 2012 in Kraft. 2 Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Umzugskostenvergütung für Pfarrer, Pastorinnen, Kirchenbeamte und Kirchenbeamtinnen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen vom 24. August 2003 (ABl. 2005 S. 127) außer Kraft.