.

Geltungszeitraum von: 01.07.1993

Geltungszeitraum bis: 31.12.2012

Gesetz über die Neuordnung des Evangelisch-Lutherischen
Missionswerkes Leipzig

Vom 9. November 1992

(ABl. ELKTh 1993 S. 24)

Die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen hat auf ihrer 5. Tagung der VIII. Synode gemäß § 68 Absatz 2 Ziffer 1 der Verfassung folgendes Gesetz über die Neuordnung des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig beschlossen:
####

§ 1

( 1 ) 1 Die Evangelisch-Lutherische Mission zu Leipzig wird in der bisherigen Form nach dem Vereinsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches fortgeführt. 2 Der Verein trägt künftig den Namen Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig.
( 2 ) 1 Das Missionswerk trägt Verantwortung für die Erfüllung des der Kirche gegebenen missionarischen Auftrages, das Evangelium von Jesus Christus in aller Welt mit Wort und Tat zu bezeugen. 2 Es ist diesem Auftrag im Rahmen der ihm von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen (im Folgenden: die Trägerkirchen) übertragenen missionarischen Aufgaben verpflichtet.
( 3 ) 1 Das Missionswerk ist eine gemeinsame Einrichtung der drei Kirchen und bleibt als kirchliches Werk unbeschadet seiner Rechtsform Bestandteil und Lebensäußerung der Trägerkirchen. 2 Es steht unter dem Schutz und der Fürsorge der Trägerkirchen. 3 Es ist an deren Grundentscheidungen gebunden.
( 4 ) Den Landessynoden der Trägerkirchen ist alle zwei Jahre, mindestens aber zweimal während der Legislaturperiode über die Arbeit des Missionswerkes zu berichten.
#

§ 2

1 Das Missionswerk erfüllt seinen Auftrag und Zweck insbesondere durch
  • Missionarische Verkündigung
  • Missionstheologische Arbeit
  • Zurüstung, Sendung und Begleitung missionarischer Mitarbeiter
  • Aufbau und Förderung der partnerschaftlichen Gemeinschaft mit Kirchen in Übersee durch Austausch von Mitarbeitern, von Arbeitshilfen und Informationen
  • Missionsbezogene Hilfsprogramme und -projekte und deren finanzielle Unterstützung
  • Entwicklungsbezogene Bildungsarbeit
  • Förderung des ökumenischen Mitarbeiteraustausches
  • Förderung der Arbeit an und mit Ausländern
  • Mitarbeit bei evangelistisch-missionarischen Aktivitäten im eigenen Land
  • Informationsdienst in Gemeinden und Öffentlichkeit.
2 Es kann im Rahmen von § 1 Abs. 2 weitere Aufgaben übernehmen.
#

§ 3

1 Das Missionswerk regelt seine Angelegenheiten selbstständig im Rahmen dieses Kirchengesetzes durch Satzung. 2 Die Satzung sowie Änderung der Satzung bedürfen der Zustimmung der Trägerkirchen.
#

§ 4

( 1 ) Organe des Missionswerkes sind der Missionsausschuss und der Missionsverband.
( 2 ) Der Missionsausschuss trägt die Verantwortung für die Arbeit des Missionswerkes nach Maßgabe der Satzung.
( 3 ) 1 Dem Missionsausschuss gehören bis zu 20 Mitglieder an. 2 Davon werden entsandt
  1. zwei Mitglieder von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs,
  2. fünf Mitglieder von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und
  3. drei Mitglieder von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen.
3 Unter den Mitgliedern a) bis c) sind die Missionsreferenten zu entsenden.
( 4 ) Der Missionsvorstand leitet das Missionswerk nach den vom Missionsausschuss aufgestellten Grundsätzen und Richtlinien.
( 5 ) Vorsitzender des Missionswerkes ist der Direktor.
( 6 ) 1 Der Direktor ist Pfarrer einer der Trägerkirchen. 2 Er wird vom Missionsausschuss auf die Dauer von zehn Jahren im Einvernehmen mit den Trägerkirchen gewählt. 3 Wiederwahl ist zulässig.
#

§ 5

( 1 ) Die zur Erfüllung der Arbeit des Missionswerkes benötigten Mittel werden durch Spenden, Kollekten, Beiträge der Freundes- und Förderkreise und durch Zuschüsse aufgebracht.
( 2 ) Die Trägerkirchen gewähren darüber hinaus dem Missionswerk zur Sicherstellung seiner Arbeitsfähigkeit landeskirchliche Mittel nach Maßgabe ihrer Haushaltspläne nach einem zwischen ihnen zu vereinbarenden Schlüssel.
#

§ 6

( 1 ) Dieses Kirchengesetz tritt in Kraft, nachdem es durch die Synoden der drei Trägerkirchen beschlossen worden ist.
( 2 ) Der genaue Zeitpunkt1# des Inkrafttretens wird durch die Vorsitzenden der Kirchenleitung der Trägerkirchen im Einvernehmen mit dem Missionswerk festgelegt und in den Amtsblättern bekanntgemacht.

#
1 ↑
Dieser Zeitpunkt ist auf den 1. 7. 1993 festgelegt (ABl. 1993 S. 131).